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Narzisstische Kränkung bei Trennung – Die Schmierkampagne

Wird eine Person mit narzisstischen Mustern gefühlt oder real verlassen, stellt das für sie eine massive Kränkung dar. Diese ist so schwer zu ertragen, dass es machmal zu einer sog. „Schmierkampagne“ kommt.

Als „Schmierkampagne“ können Aktivitäten beschrieben werden, die den Menschen, die die narzisstisch geprägte Person verlassen hat, schlecht machen.

Dies ist für die Betroffenen oft nur schwer zu begreifen und durchzustehen. Ob dabei das „Verlassen werden“, „im Stich lassen“, die „Erschütterung des Vertrauens“ real oder nur in der Wahrnehmung der Person stattgefunden haben, ist ganz unerheblich. Es geht um die gefühlte und dadurch von der narzisstisch geprägten Person als real erlebte Kränkung.

„Verlassen werden“, „im Stich lassen“, „Erschütterung des Vertrauens“ – all das sind auch Begriffe, die ich so gehört habe, nachdem ich eine solche Person vermeintlich verlassen habe. Auch ich habe durch meine eigene Prägung als Kind mit narzisstischen Eltern einerseits selbst solche Muster in mir, andererseits zogen mich aber auch noch lange Zeit genau die Menschen an, die eben meinen Eltern im Verhalten ähnelten. Ich kannte es ja nicht anders.

Schon früh in der Beziehung kann man die Anzeichen erkennen.

Heute weiß ich, dass man die Anzeichen dafür schon früh erkennen kann. Die Worte fallen nämlich nicht erst am Ende der Beziehung, sondern oft genug auch schon von Beginn an. Nur bist es dann nicht du, sondern jemand anderes, der oder die das Vertrauen der narzisstisch geprägten Person missbraucht hat, der*die sie ausgenutzt und dann verlassen und im Stich gelassen hat. Aber du wirst ihr*ihm sowas sicherlich nie antun – oder?!

Was bei klarem Verstand und im Nachgang wie eine Drohung wirkt, löst in der Anfangssituation einer Beziehung eher Mitgefühl aus. So war es auch bei mir. Doch es ist eine perfide Taktik, um Menschen an sich zu binden. Jedoch geht es nicht darum, echte Beziehungen auf Augenhöhe zu gestalten und echte Bindung zu leben.

Es geht vor allem um Kontrolle.

Zu echter Bindung sind narzisstisch geprägte Menschen nicht fähig. Für eine aufrichtige, liebevolle Beziehung auf Augenhöhe fehlt es ihnen an einem Gefühl für sich selbst und dafür, wer sie sind, sowie an Empathie und Mitgefühl. Ich schreibe das nicht, um sie zu denunzieren. Sie tun mir eher leid und ich habe an einer Stelle Mitgefühl.

Vor allem, weil ich diesen Zustand ja aus eigener Erfahrung kenne. Es macht keinen Spaß, so zu sein. Es quält, jeden Tag. Das Verhalten im Außen, der verzweifelte Versuch, die Kontrolle über die Menschen und Beziehungen zu behalten, ist nur noch mehr Ausdruck des schlimmen inneren Zustandes der Leere, des Selbsthasses, der Unzulänglichkeit, Wertlosigkeit und der Angst, verlassen zu werden.

Entgleitet diese Kontrolle, bricht ein Höllenfeuer los.

Die Kontrolle entgleitet beispielsweise dadurch, dass jemand die Muster durchschaut und sich nicht mehr kontrollieren lässt. Oder wie in meinem Fall spürt, dass die Person unerreichbar ist, sich garkeine aufrichtige Beziehung auf Augenhöhe wünscht und beginnt, eigene Wege zu gehen. Bei mir betraf es die berufliche Ebene, in der ich mich selbst weiterentwickelte und eigene Projekte startete, weil ich merkte, dass das mit uns nichts werden würde. Ich war als „Schäfchen“ gedacht, das sich einreiht in eine Riege von Jüngern, die einem Übermenschen treu ergeben sind. Bei der sie sich als gnädige Gönnerin oder „Helferin“ inszenieren konnte. Und ja, das hat eine Weile sogar gut funktioniert, denn ich war ja sehr bedürftig.

Als ich schließlich meine Pläne umgesetzt und kundgetan hatte, startete der Zerfall. Mein Rückzug aus bisherigen gemeinsamen Projekten wurde mir persönlich vorgeworfen und es fielen eben zunächst die oben erwähnten Begriffe, die bis heute immer wieder einmal fallen, wenn es Kontakt gibt. Es ist die Rede von Vertrauensbruch, im Stich lassen und Ausnutzung. Und das auch einige Jahre nach der „Trennung“ und bis heute. Die alten Geschichten ruhen nicht, die Kränkung ist einfach zu groß.

Wer nicht kontrolliert werden kann, wird bekämpft.

Mit offener Kommunikation ließe es sich leben. Das eigentliche perfide ist die Taktik, stets im Hintergrund zu agieren, sich nie erwischen zu lassen. Narzisstische Charaktere beginnen unter Umständen, und so ist es auch bei mir, hinter deinem Rücken Gerüchte zu streuen, Unwahrheiten zu erzählen, dich schlecht zu machen. Im schlimmsten Fall hat das Auswirkungen auf dein soziales Umfeld und sogar das berufliche.

Darauf angesprochen, wird geleugnet und die Situation so verdreht, dass du dich im ersten Moment selbst ein wenig schuldig fühlst, wie du bloß auf die Idee kommen kannst, der narzisstischen Person so etwas zuzutrauen. Auf den zweiten Blick sind jedoch deutlich die Überheblichkeit und die Selbstgerechtigkeit zu erspüren, die in diesen Aussagen stecken. Dazu kommt, dass er*sie selten bis nie persönlich und dir gegenüber direkt diese Aussagen treffen wird. Es sind fast immer Dritte, die darüber reden.

Konfrontationen prallen an einer glatten Wand ab – und fallen auf dich zurück.

Deshalb sind Konfrontationen oder Klärungsversuche so sinnlos. Sie prallen an einer aalglatten, dicken Mauer ab. Durchbruch oder erklimmen ist unmöglich. Narzisstische Charaktere sind Meister der Manipulation, taktisch äußerst geschickt und perfekte Lügner. In den meisten Fällen gehst du aus einer Konfrontation selbst wieder verletzt hervor. Hilflos einer Situation ausgesetzt, die nicht beweisbar ist und nicht aufzulösen. Der eigene Ball kommt immer wieder in doppelter Härte zurück und verursacht immer wieder neue Verletzungen.

Es ist dann Zeit, dir klarzumachen, dass es nichts mehr zu tun gibt. Und dass es nichts mit dir persönlich zu tun hat. Dass die Leute, die dich kennen, den Lügen nicht glauben werden. Und loszulassen. Wahrscheinlich erzählt die Person jetzt anderen, dass du sie verlassen und ausgenutzt hast, um sie an sich zu binden – so wie sie dir zu Beginn von anderen erzählt hat, die das mit ihr gemacht haben.

Die narzisstische Persönlichkeit ist und bleibt immer das Opfer. Traurig eigentlich.

Traurig tatsächlich auch deshalb, weil sie unter Umständen früher wirklich Opfer waren. Vielleicht als Kinder, wenn Sie emotional oder körperlich missbraucht wurden und schwere Traumata erlebt haben, was ihren Selbstwert so dermaßen gegen die Wand gefahren hat.

Doch es ist aus meiner Sicht und eigenen Erfahrung ganz klar die Aufgabe einer erwachsenen Person, irgendwann dafür die Verantwortung zu übernehmen und die Schuld nicht dauerhaft den anderen zuzuschieben. Es ist Zeit, am eigenen Selbstwert zu arbeiten, statt zu versuchen, andere zu zerstören, sobald sie in der eigenen Wahrnehmung besser sind als man selbst.

 Beziehungspartner*innen – ob beruflich oder privat – sind nur Schäfchen, die zu einer Göttin aufsehen sollen.

Der Hintergrund dafür ist eine Form von Neid. Vielleicht setzt dieser Neid schon so früh an, dass sie den anderen neidet, es besser gehabt zu haben, es leichter zu haben, nicht so schwer vom Schicksal getroffen zu sein. Oder einfach nur reflektierter, stärker oder verantwortungsvoller zu sein. Wenn diese dann auch noch etwas daraus machen, ihr Leben selbst in die Hand nehmen, statt wie sie in der Opferrolle kleben zu bleiben, ist das umso demütigender für die narzisstische Seele. Sie leidet darunter.

So sehr, dass Sie kaputtmachen muss, was droht, dieses Bild von ihr selbst anzutasten. Denn es erinnert sie daran, dass sie es ist, die die Opferrolle verlassen könnte – und es nicht tut. Die die Verantwortung übernehmen könnte – und es nicht tut. Es ist ihre Entscheidung, jeden Tag.

Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung.
~ Wilhelm Busch

Paradox: Du bist ihr wichtig.

Wenn ich mit meinem Therapeuten darüber gesprochen habe, was passiert und dass sich da jemand richtig Mühe gibt, mich möglichst schlecht vor sich selbst und anderen dastehen zu lassen, sich sogar Spitznamen für mich ausdenkt und andere in meinem Umfeld darunter leiden lässt, dass Sie (womöglich auch noch gleichzeitig in ihrem und) in meinem Umfeld agieren, die ellenlange Emails schreibt, nur um mir zu sagen, wie egal ich ihr bin – dann sagt er meist nur:

„Na sehen sie mal, wie wichtig Sie der Person tatsächlich sind.“

Das ist auch eine Art, es zu betrachten. Es ist kein „wichtig“ in einem liebevollen Sinne. Aber es ist definitiv ein „nicht egal“. Je mehr die narzisstische Person mauert, je mehr sie dir hinterher schaden will, desto mehr hast du sie (vermeintlich) verletzt. Und sie hasst sich wahrscheinlich selbst am allermeisten dafür, dass sie das selbst zulassen konnte. Ein schwerer Fehler. Denn man kann ja im Grunde niemandem vertrauen. Sie weiß das und ist nun noch mehr überzeugt. Sie wird sich vornehmen, dass ihr das nie wieder passiert. Doch der Wunsch nach Anerkennung wird größer sein und das Karussell dreht sich erneut. Mit jemand anderem. Manchmal ein Leben lang bis zum Tod. Ein Leben ohne Liebe.

Das alles ist natürlich keine Entschuldigung für ihr Verhalten und doch eine plausible Erklärung. Und mir hilft diese Sicht dabei, weicher zu werden und die Sache endlich loszulassen.

Solange die narzisstische Person tobt und um sich schlägt und Konfrontations- oder Klärungsversuche damit abgeschmettert werden, dass es kein Problem gibt, alles leugnet und dann einfach mit den Lügen fortsetzt, hat es keinen Sinn, weiter Energie in die Sache zu stecken. Karma wird es regeln und der Ball irgendwann zu ihr zurückkehren.

 

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