Seelen-Nahrung – Kochen ist gut für’s Gemüt

von Lieblingsmensch_ME am 17. April 2018 / Lesezeit: 5 Minuten

In den letzten Jahren habe ich mehr und mehr angefangen, besser für mich zu sorgen. Und das nicht nur seelisch, sondern vor allem auch körperlich. Dazu gehört nicht nur, mich zu pflegen und regelmäßig Sport (ohne Leistungsdruck) zu machen. Ich habe auch angefangen, mich gesünder zu ernähren. Und das wiederum nährt nicht nur den Körper, sondern auch meine Seele.

„Durch ein gutes Essen fühle ich mich richtig genährt. Und das nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch seelisch.“ sagte mir neulich eine Freundin. Sie ist selbst psychisch erkrankt und hat als Kind Zurückweisung und Vernachlässigung erlebt.

Sie sagt, ein gutes, selbst gemachtes, gesundes und ausgewogenes Essen mache sie innerlich „satt“.

Ich kann das gut verstehen. Vor einigen Jahren schon habe ich angefangen, weitesgehend auf zuviel Zucker und auch auf Weißmehlprodukte zu verzichten. Dann habe ich noch den Koffeinkonsum eingeschränkt, dann abgestellt und heute trinke ich nur noch mal einen Getreidekaffee. Die Frage ist garnicht so sehr, ob die Dinge generell schlecht für den Körper sind (das glaube ich), aber vielmehr: Tun mir selbst die Dinge eigentlich gut oder nicht?

Ich bin ruhiger und ausgeglichener ohne Zucker und Koffein.

Ich spüre es inzwischen deutlich, wenn ich davon zu viel bekomme. Ich werde unruhig, hungrig und zuweilen dann sogar angespannt, gereizt und gestresst. Physiologisch versetzt Koffein den Körper ja in einen Alarmzustand und mir ist heute schleierhaft, wie ich all die Jahre „auf Koffein“ überstanden habe. Nun ja, ich hatte mich ja an meine „Dosis“ gewöhnt.

Neben diesen Gewohnheiten, die ich verändert habe, habe ich auch angefangen, selbst zu Backen und zu Kochen. Es blieb mir zumindest beim Backen auch garnicht soviel anderes übrig, wenn ich auf Mehl- und Zucker-Alternativen angewiesen bin. Und inzwischen beschäftige ich mich relativ intensiv vor allem mit dem Kochen. Schon seit einiger Zeit habe ich da auch meinen Mann an Bord und wir kaufen fast keine Fertigprodukte oder verarbeitete Lebensmittel mehr und kochen viel gemeinsam.

Gemüse schnippeln hat auch etwas Meditatives.

Für mich selbst überraschend: Ich als bekennende jahrelange fleischfressende Pflanze mache jetzt auch öfter mal eine Pause davon. Früher war ich auch eher der Schnippler und dachte, ich kann garnicht kochen. Schnippeln tue ich immernoch gern, es entspannt mich sogar und macht mir Freude. Es hat etwas Meditatives.

Mit dem Kochen habe ich langsam angefangen. Hier mal ein Rezept probiert oder dort. Zwischendurch haben wir auch mal eine von den lieferbaren Kochboxen ausprobiert. Und mit der Zeit – ich weiß garnicht, wann es genau passiert ist – habe ich komplett umgestellt auf „Selbermachen“.

Es fühlt sich gut an, etwas zu essen, von dem ich genau weiß, was drin ist.

Und es fühlt sich einfach gut an, genau zu wissen, was ich esse. Das hat mehrere Komponenten:

  • Ich weiß, was genau alles in meinem Essen ist an gesunden Zutaten.
  • Ich nehme bewusst wahr, dass ich gut für mich gesorgt habe, indem ich mir die Zeit genommen habe, für mich zu kochen.
  • Ich genieße das gute, gesunde Essen als eine liebevolle Geste an mich selbst: Ich ernähre mich damit auf ganz unterschiedlichen Ebenen.

Früher habe ich oft schnell irgendwas gegessen. Viel Fast Food, Fertigprodukte oder immer die gleichen einfachen Rezepte gemacht. Als ich von zuhause ausgezogen bin, habe ich mich 2 Jahre unglaublich schlecht ernährt. Daraus resultieren bis heute eine Allergie gegen Katzenhaare und Heuschnupfen. Diese werden jedoch kontinuierlich besser mit meiner verbesserten Ernährung.

 

Deine Nahrungsmittel seien deine Heilmittel.
Hippokrates

 

Dass die Art und Weise, wie wir uns ernähren auch etwas darüber aussagt, wie wir zu uns selbst stehen, war mir schon länger klar. Gönne ich mir auch mal etwas? Nehme ich mir die Zeit, mich gut zu ernähren? Achte ich auf meinen Körper und gebe meiner Seele gutes „Futter?

Laut Forschungsergebnissen könnte ein gute Ernährung auch für die Prävention von z.B. Depressionen eine tragende Rolle spielen. In einer 2011 veröffentlichten Meta-Studie über 11 Langzeituntersuchungen zu Depressionen und/oder Anzeichen einer Depression bei Erwachsenen zeigte einen Zusammenhang zwischen einer depressiven Symptomatik und dem Ernährungsverhalten der untersuchten Personen.

Jedoch wird dem Faktor Ernährung bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen wie Depressionen noch zu wenig Beachtung geschenkt. „Auf den Stellenwert einer gesunden Ernährungsweise in Bezug auf die Erkrankung wird (bei der Behandlung von Depressionen, Anm. d. Autorin) noch nicht einmal ansatzweise hingewiesen.“ (Quelle: www.zentrum-der-gesundheit.de)

Ich jedenfalls spüre die Auswirkungen auf Körper und Seele am eigenen Leib, wie der Volksmund so schön sagt. Ich fühle mich entspannt  beim Kochen, gut und wohl beim Essen selbst und auch danach. Es ist ein gutes Lebensgefühl – das Gefühl, gut für mich zu sorgen. So wie meine Freundin es beschreibt: Irgendwie „satter“.

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